Der Ostereierbaum
Ein Baum, der Eier trägt? Der Ostereierbaum ist eine Auberginenpflanze, deren weiße und goldgelbe Früchte wie Ostereier aussehen – und die man tatsächlich essen kann.
Das Gimmick
| Erstveröffentlichung | 1980 |
|---|---|
| Erscheinungen | 15 |
| Rang nach Häufigkeit | 3 |
| Rang nach Beliebtheit | - |
Das Anzuchtset des Ostereierbaums bestand aus etwa fünf bis zehn Samenkörnern, einer Torftablette und einer Plastikhülle, die als Anzuchtschale diente. Mehr brauchte es nicht, um aus einem kleinen Tütchen eine bis zu einen Meter hohe Pflanze zu ziehen.
Wenn die Anzucht gelungen ist, blüht die Pflanze violett und treibt weiter neue Blüten, während die Früchte heranreifen. Ihre Früchte können wie Auberginen zubereitet werden; je nach Reifegrad leuchten sie weiß, hellgelb oder goldgelb.
Ironischerweise erschien dieses Gimmick meistens in den YPS-Heften, die um Ostern herum veröffentlicht wurden. Mit fertigen Früchten konnte man Ostern also nicht rechnen. Und an Ostern ist es eigentlich auch schon zu spät zum Säen. Idealerweise Zeitpunkt zur Aussaat ist im Januar oder Februar.
YPS-Hefte
Der Ostereierbaum erschien insgesamt 15-mal im YPS-Heft:
Cover-Galerie
Wissenswertes
Blütenpracht und Früchte
Der Ostereierbaum (Solanum melongena) ist eine Zuchtform der Aubergine und stammt ursprünglich aus subtropischen Gebieten. Mit genug Licht und Wärme beginnt er bereits nach weniger als einem halben Jahr violett zu blühen. Während die gold-gelben Früchte heranreifen, blüht das bis zu einen Meter hohe Bäumchen immer wieder. Die Früchte können wie Auberginen zubereitet werden. Blätter, Blüten und Stamm sind ungenießbar und enthalten wie auch andere Nachtschattengewächse das leicht giftige Solanin. Ostereierbaum werden im mitteleuropäischen Klima meist einjährig kultiviert. Bei guter Pflege und frostsicherer Überwinterung kann man sie auch mehrjährig halten.
Die lange Reise des Eierbaums
Die allerersten Kulturformen der Aubergine waren weiß und eiförmig – daher stammt auch die englische Bezeichung "eggplant". Ursprünglich stammt die Pflanze aus Südasien und wurde vor rund 4.000 Jahren in Indien kultiviert. Über Handelswege gelangte sie nach China, wo dann auch andere Sorten mit dunklere Sorten gezüchtet wurden. Adlige Frauen nutzten deren dunkle Haut um ihre Zähne dunkel zu färben, weil eine dunkle Zahnfärbung bei Frauen als ein Zeichen von Status und Reife galt.
Im 13. Jahrhundert brachten Araber die Pflanze erstmals nach Europa, wo sie in Italien etwa um 1550 angepflanzt wurde. Im 18. Jahrhundert wurde sie in Mittel- und Südamerika eingeführt und dort als billiges Lebensmittel kultiviert. In Kalifornien züchtete man den Eierbaum schließlich als Zierpflanze weiter – von diesen Züchtungen stammen auch die Ostereierbäume aus YPS ab.
Botanisch gesehen ist der Ostereierbaum also gar keine moderne Erfindung, sondern greift auf die Ur-Form der Auberginenfrucht zurück!
Tipps & Hinweise
Woher bekomme ich Ostereierbaum-Samen?
Wie viele andere ehemalige Gimmicks ist auch der Ostereierbaum heute im Handel erhältlich. Die Firma Sperli vertreibt die Samen unter der Bezeichnung "Eierbaum", bei anderen Samenhändlern und Gärtnereien werden sie manchmal nur als weiße Aubergine bezeichnet.
Was macht man mit den Früchten?
Wer die Früchte essen möchte, sollte sie ernten wenn sie weiß bis zartgelb sind. Ganz reife, gelbe oder goldgelbe Früchte sind holzig, zäh und enthalten viele Bitterstoffe.
Vor der Zubereitung sollte man die Früchte entbittern. Dazu schneidet man sie in Scheiben, bestreut sie mit Salz und lässt sie etwa 15 bis 30 Minuten ziehen. Das Salz entzieht ihnen Wasser und mindert die Bitterstoffe.
Danach kann man sie wie Auberginen zubereiten, z.B. als Gemüseschnitzel oder in mediterranen Pfannengerichten.
Comic zum Gimmick
Anleitung
Für die Anzucht braucht man nicht mehr als die Beigaben aus dem YPS-Heft, etwas Wasser und einen warmen, hellen Platz.
Torftabletten (auch Torfquelltöpfe genannt) gibt es im Pflanzenmarkt; die Anzucht gelingt aber auch in normaler Blumen- oder Gartenerde. Als Anzuchtschale dient ein Joghurtbecher oder eine Untertasse.
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Die Torftablette auf den Untersetzer legen und so lange gießen, bis sie auf etwa fünf Zentimeter aufgequollen ist.
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Mit einem Bleistift etwa einen Zentimeter tiefe Löcher in die Torftablette bohren – höchstens drei Löcher pro Tablette.
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In jedes Loch einen Samen stecken und das Loch mit etwas Erde wieder verschließen.
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Jetzt heißt es warten: Nach etwa 15 bis 20 Tagen keimen die Samen. In dieser Zeit sollte die Anzuchtschale warm und hell stehen und die Erde stets feucht bleiben.
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Sobald die Triebe etwa fünf Zentimeter hoch sind, die schwächeren entfernen, damit die kräftigsten genug Platz haben. Die aussortierten Triebe kann man separat weiterziehen.
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Bei einer Höhe von zehn bis 15 Zentimetern zum ersten Mal umtopfen – am besten in einen richtigen Blumentopf mit frischer Blumenerde.
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Wenn der Topf durchwurzelt ist oder die Wurzeln unten herauswachsen, in einen größeren Topf umziehen. Nur so kann der Baum weiterwachsen.
Lesergeschichten
Erinnerungen und Geschichten von YPS-Lesern rund um den Ostereierbaum.
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© Bilder: 1975-2000 GRUNER + JAHR AG & CO, Egmont Ehapa Verlag Berlin Impressum