Der Ostereierbaum
Ein Baum, der Eier trägt? Der Ostereierbaum ist eine Auberginenpflanze, deren weiße und goldgelbe Früchte wie Ostereier aussehen – und die man tatsächlich essen kann.
Das Gimmick
| Erstveröffentlichung | 1980 |
|---|---|
| Erscheinungen | 15 |
| Rang nach Häufigkeit | 3 |
| Rang nach Beliebtheit | - |
Das Anzuchtset des Ostereierbaums bestand aus etwa fünf bis zehn Samenkörnern, einer Torftablette und einer Plastikhülle, die als Anzuchtschale diente. Mehr brauchte es nicht, um aus einem kleinen Tütchen ein bis zu einen Meter hohes Bäumchen zu ziehen.
Die Pflanze ist eine Zuchtform der Aubergine (Solanum melongena). Ihre Früchte können wie Auberginen zubereitet werden; Blätter, Blüten und Stamm sind dagegen ungenießbar. Je nach Reifegrad leuchten die Früchte weiß, hellgelb oder goldgelb – genau dieser Anblick machte den Ostereierbaum zu einem der beliebtesten Pflanzen-Gimmicks.
Schon nach weniger als einem halben Jahr blüht das Bäumchen violett und treibt immer wieder neue Blüten, während die Früchte heranreifen. Viel Zeit bleibt allerdings nicht: Der Ostereierbaum wird nur etwa drei Jahre alt.
Anleitung
Für die Anzucht braucht man nicht mehr als die Beigaben aus dem YPS-Heft, etwas Wasser und einen warmen, hellen Platz.
Torftabletten (auch Torfquelltöpfe genannt) gibt es im Pflanzenmarkt; die Anzucht gelingt aber auch in normaler Blumen- oder Gartenerde. Als Anzuchtschale dient ein Joghurtbecher oder eine Untertasse.
-
Die Torftablette auf eine Untertasse oder in einen Joghurtbecher legen und so lange gießen, bis sie auf etwa fünf Zentimeter aufgequollen ist.
-
Mit einem Bleistift etwa einen Zentimeter tiefe Löcher in die Torftablette bohren – höchstens drei Löcher pro Tablette.
-
In jedes Loch einen Samen stecken und das Loch mit etwas Erde wieder verschließen.
-
Jetzt heißt es warten: Nach etwa 15 bis 20 Tagen keimen die Samen. In dieser Zeit sollte die Anzuchtschale warm und hell stehen und die Erde stets feucht bleiben.
-
Sobald die Triebe etwa fünf Zentimeter hoch sind, die schwächeren entfernen, damit die kräftigsten genug Platz haben. Die aussortierten Triebe kann man separat weiterziehen.
-
Bei einer Höhe von zehn bis 15 Zentimetern zum ersten Mal umtopfen – am besten mit der alten Erde in einen richtigen Blumentopf mit frischer Blumenerde. Die Wurzeln dabei nicht beschädigen.
-
Wenn der Topf durchwurzelt ist oder die Wurzeln unten herauswachsen, in einen größeren Topf umziehen. Nur so kann der Baum weiterwachsen.
Wissenswertes
Blütenpracht das ganze Jahr über
Der Ostereierbaum (Solanum melongena) gehört zur Familie der Nachtschattengewächse und stammt ursprünglich aus subtropischen Gebieten. Bereits nach weniger als einem halben Jahr beginnt er violett zu blühen – egal zu welcher Jahreszeit, auch im tiefsten Winter. Während die gold-gelben Früchte heranreifen, blüht das bis zu einen Meter hohe Bäumchen immer wieder. Die Früchte können wie Auberginen zubereitet werden; Blätter, Blüten und Stamm sind dagegen ungenießbar. Leider wird der Ostereierbaum nur etwa drei Jahre alt.
Die lange Reise des Eierbaums
Bei dem Ostereierbaum handelt es sich um eine tropische Abart der südeuropäischen Aubergine. Ursprünglich stammt er aus dem südlichen China, wo die Pflanze bereits im 5. Jahrhundert verarbeitet wurde. Man zerstampfte die Blüten und rieb sich mit dem Pulver die Zähne ein, weil eine gelbliche Zahnfärbung bei Frauen als verführerisch galt.
Im 13. Jahrhundert brachten Araber die Pflanze erstmals nach Europa, wo sie in Italien etwa um 1550 angepflanzt und zu einjährigen Auberginen gezüchtet wurde. Im 18. Jahrhundert wurde sie in Mittel- und Südamerika eingeführt und dort als billiges Lebensmittel kultiviert. In Kalifornien züchtete man den Eierbaum schließlich als Zierpflanze weiter – von diesen Züchtungen stammen auch die Ostereierbäume aus YPS ab.
YPS-Hefte
Der Ostereierbaum erschien 14-mal in der klassischen YPS-Reihe. 2014 kam mit dem Relaunch-Heft 1263 noch eine Neuauflage als „Ostereierbaum To Go“ dazu.
Cover-Galerie
Tipps & Hinweise
Woher bekomme ich Ostereierbaum-Samen?
Wie viele andere ehemalige Gimmicks ist auch der Ostereierbaum heute im Handel erhältlich. Die Samen der Firma Sperli wurden seinerzeit unter der Artikel-Nummer 47.625 angeboten; auch andere Samenhändler und Gärtnereien führen Ostereierbaum-Samen.
Was macht man mit den Früchten?
Wer die Früchte ernten möchte, kann sie wie Auberginen zubereiten. Rezepte für Auberginen lassen sich problemlos auf die Früchte des Ostereierbaums übertragen.
Comic zum Gimmick
Lesergeschichten
Erinnerungen und Geschichten unserer Leser rund um den Ostereierbaum.
© 2000 YpsFanpage.de
© Bilder: 1975-2000 GRUNER + JAHR AG & CO, Bildagentur Prenzel, Egmont Ehapa Verlag Berlin Impressum